Kurz und gut: meine Referenzen.

Woyzeck

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Plakat Woyzeck
Fertigstellung:
Mai 2011
Aufgaben: Gestaltung, Zeichnung
Benötigte Zeit: ca. 6 Stunden
Arbeitsbereich:
Kurzinfo: Mörderische Plakatgestaltung

Bei Projekten von und mit Gerd Franz Triebenecker, Theaterregisseur und -pädagoge aus Stralsund, genieße ich den Vorzug, trotz manchmal etwas zerstreuter Arbeitsweise ein Größtmaß an Freiheit zu haben, wenn begleitende Materialien für seine Stücke zu gestalten sind. Wie auch in diesem Falle, als er ein Plakat für die Bühnenversion des unvollendete Büchner-Werk Woyzeck benötigte.

Woyzeck ist zweifellos eine bedauernswerte Figur, die aufgrund ärmlicher Verhältnisse, sozialer, körperlicher und geistiger Eingeschränktheit und damit verbunden der Übermacht seiner Umgebung zur letztlichen Verzweiflungstat, seine Frau umzubringen, getrieben wird – und doch selbst Schuld daran hat? Das unvollendete Drama wurde von der Literaturwissenschaft und von Film und Theater intensiv gedeutet und ausgelegt. In der Produktion spielten Langzeitarbeitslose dieses Stück auf eine für mich eindrucksvoll intensive und lebensnahe Weise.

Wohl wissend um die Vorliebe für klare, minimalistische Designs, die mit wenigen Elementen den Kern einer Geschichte erzählen und vermitteln, gestaltete ich dieses Plakat. Das blutige Messer, welches unbeschönigt und mit aller Drastik das Bild dominiert (im Nachhinein erinnert mich dies selbst an einige Zwischensequenzen aus Filmen von Quentin Tarantino), erfährt nur eine mittelbare Maskierung durch den gewählten Comicstil.

Das Messer ist schließlich die Entladung des Stückes, und die gewählte Drastik unterstreicht die Not und Grausamkeit der Tat, für die es im Stück benutzt wird. Die Silhouette im Hintergrund deutet Greifswald an, den Ort, von dem die meisten der Schauspieler stammen und die ersten Vorstellungen gespielt wurden.